Neue Sieltore baumeln am Haken

Die Sielzüge sind gigantische Bauwerke. Die Tunnel sind 75 Meter lang und sechs Meter breit.


Die Arbeiten auf der Großbaustelle für den Küstenschutz von Wapelersiel schreiten voran. Jetzt wurden zwei Hubtore auf einem Tieflader aus Brandenburg angeliefert. Jedes Tor wiegt zwölf Tonnen.

WAPELERSIEL - Hubtore schweben über der Großbaustelle für den Küstenschutz von Wapelersiel: Die Arbeiten schreiten voran. Zwei Hubtore wurden auf einem Tieflader in Wapelersiel angeliefert. 6,60 Meter breite und 5,45 Meter hoch, gefertigt bei der Firma Stahlwasserbau Beeskow. Die gleichnamige Stadt ist Kreisstadt im Landkreis Oder Spree in Brandenburg. Der Transport mit Überbreite von dort wurde mit Sondergenehmigung in Nachtfahrten zum 550 Kilometer entfernten Jadebusen gestemmt.

Jedes Tor wiegt 12 Tonnen. Abgeladen wurden sie mit einem Kran, der die Tore in den Schacht vom Hubtorgebäude hievte. Aufgebaut ist das deutlich sichtbare Hubtorgebäude in etwa Mitte des Beton-Sielzuges. Die Hubtore, für die zwei Sielzüge dienen der sogenannten 2. Deichsicherheit. Sie können ganz ins Hubtorgebäude reingezogen werden.

In dem Gebäude wird auch die gesamte Technik für die Steuerung installiert. Die Hubtore regulieren den Wasserstand der Jade: Sind sie runtergelassen, geht kein Wasser mehr raus in den Jadebusen und auch nicht rein in die Jade. Mit einem Hydraulikzylinder  werden die Tore hochgezogen. Dann können die Stemmtore, je Sielzug zwei, ihre eigentliche Aufgabe übernehmen. Die Stemmtore - vor einem Monat aus den Niederlanden geliefert – sind am Sielauslauf Richtung Jadebusen eingebaut und schließen und öffnen sich im Spiel der Gezeiten von Ebbe und Flut. Diese Tore dienen der 1. Deichsicherheit.

Die beiden Sielzüge sind mit den 75 Meter langen und sechs Meter breiten Tunneln gigantisch. Sie sind durch eine einen Meter breite Betonmauer getrennt. Die Höhe der beiden Züge beträgt 5,10 bis 6 Meter. Sichtbar sind die Spundwände aber nur zu einem kleinem Teil. Die eigentliche Gründung geht viel tiefer, mit den Spundwänden bis zu einer Länge von insgesamt 25 Metern. Begonnen wurde nun mit dem Herausziehen der Stahlspundwände, die die Grube gesichert haben. Die Wasserregulierung läuft derzeit durch zwei alte Sielzüge ab.

Bauleiter Carsten Neuhaus ist insgesamt zufrieden: „Wasser marsch durch die neuen Sielzüge soll Ende August sein.

Auch nach außen zum Jadebusen vor dem eigentlichem Schöpfwerk, das bei extrem bohen Wasserständen zum Einsatz kommt, tut sich einiges. Dort stehen Gründungsarbeiten  mit den Stahlspundwänden für die Flügelwand zum Schöpfwerk an. Diese Spundwände werden Richtung außendeichs zusätzlich mit Ankerstahlpfählen stabilisiert. Diese sind zur Spundwand in einem Winkel von 45 Grad angebracht und weisen im Erdreich eine Länge von 42 Metern auf.

Burkhard Wulff, Verbandsvorsteher vom II. Oldenburgischen Deichverband, lobt die gute Koordination: „Das läuft bestens ab. Wir haben hier gute Firmen und Mitarbeiter vor  Ort." Innerhalb eines Fünfjahresplanes soll bis 2020 alles fertig sein. Küstenschutz kostet auch. Der Verbandsvorsteher erklärt: „Mit den Planungskosten liegen wir in Wapelersiel bei jetzt circa 30 Millionen Euro."

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Quelle: Nordwest Zeitung, 08.08.2017

left arrow zurück | drucken | 08.08.2017