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Behandlungszimmer für Eisenbahnen

01.11.2019

Oldenburg - Wenn Eisenbahnen in Deutschland zum Technik-Arzt müssen, werden sie mit Oldenburger Hilfe wieder in Schwung gebracht. Denn erneut hat die Bauplanung Nord (BPN) ihre Kompetenzen beim Bau einer Eisenbahnwerkstatt bewiesen. Seit 2015 plant die BPN als Generalplaner gemeinsam mit dem Oldenburger Architekturbüro Gewinner in Essingen (75 Kilometer östlich von Stuttgart) den Neubau eines Wartungsstützpunktes für E-Triebwagen für die neue Eisenbahngesellschaft Go-Ahead Deutschland. Seit Herbst 2017 wurde gebaut, inzwischen ist der Bau fertig.  

Die Kosten belaufen sich auf 16,5 Millionen Euro netto. „Trotz teilweise unüberwindlich scheinender Probleme, zum Beispiel mit dem Einbau der Anschlussweiche ins Schienennetz der DB AG, der fehlenden Baukapazitäten am Markt und der extremen Enge des Grundstücks ist es dem Planungsteam gelungen, die Anlage rechtzeitig fertig zu stellen“, freuen sich die Planer. „Als Planungsgemeinschaft ergänzen wir uns in allen Bereichen. Wir können grundsätzlich jedes Problem erfolgreich lösen – egal ob groß, klein oder kompliziert“, sagte Heinrich Gewinner.  

Der neue Wartungsstützpunkt bildet das Herzstück der Go-Ahead-Bahnaktivitäten in Baden-Württemberg. Go-Ahead betreibt dort nun den Rems-Fils-Personennahverkehr mit 3,7 Millionen Zugkilometer pro Jahr und den Franken-Enz-Personennahverkehr mit 4,3 Millionen Zugkilometer pro Jahr.  

45 Elektro-Triebfahrzeuge von 60 bis 107 Meter Länge des Herstellers Stadler werden von Go-Ahead eingesetzt und legen im Mittel insgesamt etwa 20 000 Kilometer am Tag zurück. Für Wartung und Instandhaltung sorgt der neue Wartungsstützpunkt – mit zweigleisiger, 140 Meter langer Wartungshalle mit Arbeitsgruben und Wartungsbühnen, Werkstätten und 120 Meter langer Waschhalle – erstmals auch mit Grobreinigungsanlage für Unterflur-Fahrzeugreinigung.  

Das Team der BPN hat sich unter anderem um die Tragwerksplanung, Ingenieurbauplanung und Bauphysik gekümmert. Zudem um Altlastensanierung, Landschaftspflege, Baugrunduntersuchung, Vermessung, Technische Ausstattung der Außenanlagen, Leit- und Sicherungstechnik, Oberleitungsanlagen sowie Teile der Objektplanung. Und es hat die Schnittstellen zur DB-Netz koordiniert. „Ich denke, dass wir hier einen sehr guten Job leisten“, sagt BNP-Geschäftsführer Frank Schröder, „Go-Ahead hat uns bereits mit Anschlussaufträgen für Abstellanlagen und weitere Werkstattstandorte beauftragt“.

 

Autor: Karsten Röhr
Quelle: NWZ Online; 01.11.2019
https://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/oldenburg-bauprojekt-behandlungszimmer-fuer-eisenbahnen_a_50,6,975144947.html

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