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Erweiterung der Kaianlagen im Hafen von Montego Bay

05.11.2018

Montego Bay als die zweitgrößte Stadt in Jamaika, sowohl von der Größe und Bedeutung dehnt sich östlich und nördlich des vorhandenen Hafens aus. Im Hafen von Montego Bay findet ein regelmäßiger Warenantransport statt, der teils als Stückgut (Zement) ausgeführt wird, aber überwiegend mittels Containerumschlag realisiert wird. Darüber hinaus laufen regelmäßig Gastanker Montego Bay an, die LPG und LNG anliefern. Im Hafen befindet sich ein für die Energieversorgung des Landes wichtiger LNG – Terminal, der mindestens einmal wöchentlich mit LNG beliefert wird. Erweiterungen des Terminals sind seitens des Betreibers zurzeit in Planung.

Wesentlich für die Auslastung der vorhandenen Hafenkapazitäten entwickelt sich die zunehmende Kreuzschifffahrt, mit zeitweise drei Kreuzfahrtschiffen gleichzeitig im Hafen. Aufgrund der sich abzeichnenden Kapazitätsengpässe begann die Port Authority bereits 2005 mit der Ausbauplanung des Hafens mit dem Ziel, den Kreuzfahrttourismus und den Waren- und Güterantransport räumlich zu trennen. Am 30. November 2017 fand die gemeinsame Vertragsunterzeichnung zwischen der Port Authority von Jamaika und der TAGU über die Erweiterung der Kaianlagen im Hafen von Montego Bay im Büro der PAJ in Kingston statt. Damit war der erste Bauauftrag an die TAGU auf Jamaika erteilt.

Auftragsgegenstand ist die Erweiterung der bestehenden Kaianlage (Berth 2) im Hafen von Montego Bay auf einer Länge von rund 130 m und der daran anschließende Neubau der Kaianlage (Berth 1) auf einer Länge von rd. 179 m. Zusätzlich sind drei Dalben mit Einzellängen von rd. 37 m herzustellen. Aufgrund einer bereits vorher erteilten Beauftragung für die Erstellung der Entwurfsplanung, konnte unmittelbar mit der Ausführungsplanung begonnen werden. Als Ergebnis der Ausführungsplanung wurde entschieden die neue Kaianlage als kombinierte Spundwand auszuführen mit folgenden Abmessungen:

Berth 1:  HZ  880 MC 24  / AZ 18 – 700 D   mit Längen von 37,0m bzw. 19,25 m
Berth 2:  HZ 880 MB 24 /  AZ 18 – 700 D   mit Längen von 32,0m bzw. 19,25 m

Die Rückverankerung erfolgt mit Schrägpfählen HTM 600-158, mit Einzellängen von bis zu 48,0 m. Das gesamte Spundwandmaterial erreichte ein Gewicht von rund 5.000 Tonnen. Parallel zur Ausführungsplanung und den daraus resultierenden Materialbestellungen war die vorrangige Aufgabe die Organisation und Vorbereitungen der erforderlichen Transporte für das benötigte Equipment und des Materials. Hierzu gehörten nicht nur die erforderlichen Großgeräte, sondern die Zusammenstellung des gesamten erforderlichen Werkzeuges, wie Schweißausrüstungen, Stromaggregate, Ersatz für die wichtigsten Verschleißteile, Ausstattung der Magazincontainer mit Hebezeug, Ketten, Kettenzüge, Schleif- und Trennwerkzeuge, Rammequipment. Aufgrund zu erwartender Beschaffungsengpässe in Jamaika, wurde sämtliches benötigtes Gerät und Werkzeug aus Deutschland mitgenommen.

Gleichzeitig mit der Beschaffung wurden die erforderlichen Zollunterlagen erstellt, sowohl für die Ausfuhr aus Deutschland und die Einfuhr nach Jamaika, wobei auf die dort geltenden spezifischen Anforderungen Rücksicht zu nehmen war. Für den Transport unseres Equipments und des Materials wurden zwei Schiffstransporte geplant und durchgeführt. Die Vorbereitungen für die Seereise für das Equipments waren bereits zum 30.03.2018 abgeschlossen. Hierfür wurde das Dockschiff MS Papenburg eingesetzt, mit nachfolgender wesentlicher Ladung: Ponton Roadrunner als Hauptträgergerät der Baustelle:  60 * 15 m,Ponten Coyote I und II als Stabilisierungsponton: jeweils 10 * 15 m, Raupenkran Sennebogen 7700, Eigengewicht 300 to. Containeranlage an Deck mit Büro, Aufenthaltsraum, Sanitärcontainer, Werkstatt- und Materialcontainer, Rammequipment Rüttler PCT 60, Vibrator MS 28, Dieselhammer Delmag D 62, Rammführungen. 

Die Schiffsreise der MS Papenburg begann am 30.03.2018. Aufgrund schweren Orkanwetters auf dem Nordatlantik verzögerte sich die Anreise. Am 04.05.2018 erreichte die MS Papenburg den Hafen von Montego Bay, so dass mit der landseitigen Aufrüstung der Baustelle begonnen werden konnte. Um die zweite Schiffsreise so effizient wie möglich durchzuführen, wurde sämtliches Material zunächst nach Bremerhaven geliefert und dort im Hafen zwischengelagert. Für den Materialtransport wurde das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff, MV Tramper gechartert. Zusätzlich zum Material musste noch unser Ponton Tagu P20 mit den Abmessungen 62 * 12 m, sowie ein 200-to Mobilkran mitgenommen werden. Die Verladearbeiten begannen am 25. April und waren am 03.05.2018 abgeschlossen. Somit konnte die Seereise am 04.05. beginnen. Bereits am 18.05. erreichte die MV Tramper Montego Bay gegen 20:00 Uhr Ortszeit. Noch in der Nacht zum 19.05. begannen die Entladearbeiten und wurden in fünf Tagen in Tag- und Nachtschicht abgeschlossen.

Bis zum 19.06. wurden die notwendigen vorbereitenden Maßnahmen für den Rammbeginn durchgeführt. Spundwandmaterial musste auf dem zugewiesenen Lagerplatz im Hafen teilweise umgelagert werden, um die Beladevorgänge während der Rammarbeiten zu optimieren. Die vorbereitenden Arbeiten für das Aufrüsten der Ponten und Geräte wurden bei laufenden Hafen- betrieb durchgeführt.  Hierdurch wurde es notwendig, die schwimmenden Einheiten mehrfach zu verholen um den Hafenbetrieb nicht zu behindern. Am 19.06. war es endlich soweit, dass die 1. Rammführung im Berth2 aufgebaut wurde. Am 20.06. wurden die ersten Tragbohlen eingebaut. Am Berth 2 sind die Rammarbeiten mittlerweile abgeschlossen, es laufen die Schweißarbeiten für die Ankeranschlusskonstruktionen. Die Rammarbeiten laufen zurzeit planmäßig am Berth 1.

Nach derzeitiger Planung werden die Rammarbeiten Anfang Dezember beendet sein. Die nachlaufenden Schweißarbeiten für die Herstellung der Ankeranschlüsse und der Spundwandausrüstung mit Pollern, Fendern, Leitern und Abdeckblechen werden voraussichtlich bis Ende Januar 2019 abgeschlossen sein.

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