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Oldenburger Wand schützt Hitzacker

Die vor 750 Jahren gegründete Stadt Hitzacker liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe. Trotz neuer Rekordmarke bleibt die Altstadtinsel diesmal verschont.Die Flut steht vor Hitzacker – aber anders als beim Elbehochwasser in den Vorjahren bleibt die vorgelagerte Stadtinsel an der Jeetzel diesmal trocken. Oldenburger Unternehmen waren daran stark beteiligt.

12.06.2013

 

 


Land unter bei der Flut 2006: Das Luftbild zeigt die damals noch ungeschützte, völlig überflutete Altstadt.

OLDENBURG - Wilfried Schmeling ist im Flutgebiet unterwegs. Mit Halbschuhen. Der Oldenburger Ingenieur muss ja „nur“ nach Hitzacker – vor Jahren von den großen Elbfluten regelmäßig komplett unter Wasser gesetzt. Heute ist die Flut vor Hitzacker so hoch wie nie – und die Altstadt trocken. Eine neue Schutzwand sichert die tiefliegende Stadtinsel an Elbe und Jeetzel.

Das ist auch ein Verdienst von Wilfried Schmeling. Denn der Mitarbeiter des Oldenburger Ingenieurberatung Bröggelhoff steht als Projektleiter für die erfolgreiche Absicherung der Stadt.

Als angesehener Partner des Landesbetriebs für Küstenschutz (NLWKN) wurden die Oldenburger Wasserbau- und Hochwasserschutzspezialisten von Bröggelhoff ins Landesboot geholt: von der Ausschreibung bis zur Bauüberwachung für Schutzwand, Schöpfwerk und Sielbauwerk in Hitzacker.

Den Auftrag erhielt eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Oldenburger Bauunternehmen Ludwig Freytag, auch die Freytag-Tochter TAGU war beteiligt. Das Ergebnis: neue Rekordflut entlang der Elbe, aber trockene Füße in Hitzacker, das in solchen Fällen früher immer unter Wasser stand.

Wilfried Schmeling überkommt „ein Gefühl der Zufriedenheit“, wenn er diesen Erfolg heute sieht. Die geplanten Baukosten für Schöpfwerk, Sielbauwerk und Schutzwand in Höhe von 30 Millionen Euro wurden komplett eingehalten. „Das Geld ist wirklich sinnvoll investiert worden“, sagt der Oldenburger. Ähnliche Projekte seien in Gemeinden Richtung Sachsen-Anhalt „durch Einsprüche nicht verwirklicht worden, diese Gemeinden stehen heute unter Wasser“, so Schmeling.

Das Siel- und das Schöpfwerk wurden gebaut, um zu normaleren Zeiten den Pegel der Jeetzel zu regulieren, in die das Elbehochwasser sonst ungehindert eindringt.

Aber auch in Hitzacker war der Schutz kein Selbstläufer. Viele Bürger hatten Sorge, dass sich eine Beton- oder Spundwand quer durch den Ort zieht. Der größte Protest sei gerade von den Bürgern gekommen, die höher gelegen wohnten: „Sie hatten Angst, dass ihnen der Blick zur Elbe verbaut wird.“

Die Planer fanden einen Kompromiss. Rund 400 Meter der ein Kilometer langen Schutzwand sind fest installiert, das längere Stück ist aber mobil, zusammengesetzt aus 30 Zentimeter hohen Aluminium-Teilstücken: Es wird im Bedarfsfall aufgesteckt. Schmeling: „Es war das erste Mal, das eine Schutzwand in dieser Weise umgesetzt wurde.“ Als das Bauwerk dann im November 2008 abgenommen wurde, „waren im Nachhinein alle glücklich, dass sie diese Wand bekommen haben“.

Als 2011 der bisherige Rekord-Pegel von 7,70 Meter erreicht wurde, stand die Schutzwand bereits – und hielt. Inzwischen steht der Pegel beim neuen Maximum von 8,60 Meter, bis Donnerstag soll das Wasser so hoch bleiben. Aber die Planer bleiben ruhig: Ausgelegt ist die Wand auf einen Pegelstand von bis 8,96 Meter. Das sollte selbst bei dieser Flut reichen. Aus Sicherheitsgründen wurde die kleine Altstadtinsel aber evakuiert.

Auch ein Stück weiter sind Oldenburger aktiv und versuchen, die Bürger vor der Flut zu schützen: 15 Kilometer flussabwärts in Neu Darchau wurde ein Notdeich gebaut, dem die Strömung aber schon arg zugesetzt hat. Taucher einer Polizeieinheit aus Oldenburg verbauten dort 100 Sandsäcke in einer Tiefe von bis zu drei Metern unter der Wasseroberfläche.

Derweil läuft Wilfried Schmeling mit einem Kollegen vom NLWKN trockenen Fußes durch Hitzacker. Sie testen das neue Schöpfwerk erstmals unter Betriebsbedingungen. Und sie begehen die komplette Schutzwand. Schmeling sagt: „Hier ist alles dicht. Die Wand hält.“

Quelle: NWZonline Mittwoch, den 12. Juni 2013 (http://www.nwzonline.de)

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